Inklusion ist die Leitidee, dass alle Kinder von Anfang an gemeinsam lernen und die Schule sich an die Vielfalt ihrer Schülerinnen und Schüler anpasst, nicht umgekehrt. Schulbegleitung ist dabei ein wichtiges Werkzeug, um inklusive Bildung im Alltag möglich zu machen.

    Inklusion ist eines der großen Leitbilder unserer Zeit, und zugleich ein Wort, das im Alltag oft unscharf verwendet wird. Im Kern bedeutet Inklusion: Alle Menschen gehören von Anfang an dazu, mit ihren unterschiedlichen Voraussetzungen, Stärken und Unterstützungsbedarfen. Auf die Schule übertragen heißt das, dass Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam lernen und dass die Schule so gestaltet ist, dass jedes Kind dort seinen Platz findet. Nicht das Kind muss sich an ein starres System anpassen, sondern das System öffnet sich für die Vielfalt der Kinder. Um Inklusion zu verstehen, hilft der Vergleich mit der Integration, denn beide Begriffe werden häufig verwechselt. Integration bedeutet, dass ein Kind, das als anders gilt, in ein bestehendes System hineingeholt wird und sich dort möglichst einfügen soll. Das System selbst bleibt dabei weitgehend unverändert. Inklusion geht einen Schritt weiter: Sie stellt gar nicht erst die Frage, wer dazugehört und wer hineingeholt werden muss. Alle Kinder sind von vornherein Teil der Gemeinschaft, und die Schule verändert sich so, dass sie allen gerecht wird. Bildlich gesprochen: Bei der Integration bekommt das Kind einen Platz am Rand des Kreises, bei der Inklusion gibt es keinen Rand mehr, weil der Kreis alle umfasst. Was bedeutet das praktisch? Eine inklusive Schule arbeitet in der Regel mit unterschiedlichen Lernwegen und Aufgabenformaten, damit Kinder auf verschiedenen Niveaus am selben Thema arbeiten können. Sie plant Barrierefreiheit mit, von baulichen Fragen bis zu verständlicher Sprache. Sie holt sich Unterstützung ins Haus, etwa durch sonderpädagogische Fachkräfte, multiprofessionelle Teams oder eben Schulbegleitungen. Und sie versteht Unterschiedlichkeit nicht als Störung des Unterrichts, sondern als Normalfall. Das ist ein Anspruch, an dem viele Schulen noch arbeiten, und der Weg dorthin verläuft je nach Schule und Region sehr unterschiedlich. Für Eltern bedeutet das: Der Besuch einer allgemeinen Schule ist für Kinder mit Behinderung heute vielerorts möglich, aber wie gut Inklusion gelingt, hängt stark von den Bedingungen vor Ort ab. Genau hier kommt die Schulbegleitung ins Spiel. Sie ist eine Art Brückenbauerin zwischen dem Kind und dem Schulalltag: Sie hilft dem Kind, Anforderungen zu bewältigen, die es alleine noch nicht schafft, sie unterstützt bei der Orientierung, bei Übergängen, in sozialen Situationen und bei der Kommunikation mit Lehrkräften und Mitschülern. Dabei gilt ein Grundsatz, der auf den ersten Blick überraschen mag: Eine gute Schulbegleitung arbeitet daran, sich Schritt für Schritt überflüssig zu machen. Ziel ist nicht, dass das Kind dauerhaft an einer erwachsenen Person hängt, sondern dass es zunehmend selbstständig wird und immer mehr Situationen ohne Hilfe meistert. Die Begleitung zieht sich dann behutsam zurück, ohne das Kind alleine zu lassen. Ein häufiges Missverständnis ist, dass Inklusion bedeutet, alle Kinder müssten dasselbe zur selben Zeit auf dieselbe Weise lernen. Das Gegenteil ist gemeint: Inklusion erlaubt unterschiedliche Wege zum Lernen, gemeinsames Lernen heißt nicht gleiches Lernen. Ein anderes Missverständnis ist, dass eine Schulbegleitung das Kind vom Rest der Klasse trennt. Gut gemachte Schulbegleitung wirkt genau andersherum: Sie schafft Verbindungen, fördert Kontakte zu Mitschülerinnen und Mitschülern und hilft dem Kind, in der Gemeinschaft anzukommen, statt eine Sonderrolle zu festigen. Zur Einordnung der Begriffe: Inklusion ist die gesellschaftliche Leitidee, Teilhabe beschreibt das konkrete Ergebnis für den einzelnen Menschen, nämlich die tatsächliche Möglichkeit, mitzumachen. Rechtlich untermauert wird die Leitidee unter anderem durch die UN-Behindertenrechtskonvention, die in Artikel 24 das Recht auf inklusive Bildung festschreibt. Die Schulbegleitung wiederum ist eines der wichtigsten praktischen Werkzeuge, mit denen Inklusion im Klassenzimmer Wirklichkeit wird. Wenn Sie sich fragen, ob eine Schulbegleitung Ihrem Kind den Weg in die inklusive Schule ebnen kann, sprechen Sie uns gerne an. Wir von Starke Schultern beraten Sie kostenlos, unterstützen Sie beim Antrag beim zuständigen Amt und finden eine Begleitung, die zu Ihrem Kind passt und es auf dem Weg zu mehr Selbstständigkeit stärkt.

    Weiterführende Blog-Artikel

    Fragen zu diesem Thema?

    Wir beraten Sie kostenlos und individuell.

    Kontakt aufnehmen