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    Kinder mit Lernschwierigkeiten fördern: Tipps für Eltern und Lehrer

    Von Laura, Sozialpädagogin(erstmals 25. Juli 2023)

    Kinder mit Lernschwierigkeiten stehen oft vor einzigartigen Herausforderungen im Alltag und beim Lernen. Eine gezielte Unterstützung kann jedoch viel bewirken und ihnen helfen, ihre Fähigkeiten zu entfalten. In diesem Artikel gehen wir detailliert darauf ein, wie Eltern und Lehrer Kinder mit Lernschwierigkeiten fördern können. Dabei geben wir praktische Tipps und stellen bewährte Strategien vor.

    Was bedeutet „Lernschwierigkeiten“?

    „Lernschwierigkeiten“ ist ein Sammelbegriff für anhaltende Probleme beim Lernen. Fachlich werden davon die Lernstörungen (umschriebene Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten) unterschieden: Sie betreffen einzelne Bereiche wie Lesen, Schreiben oder Rechnen und lassen sich nicht allein durch die Intelligenz oder durch fehlende Beschulung erklären. Ursachen können genetische Anlagen, neurologische Besonderheiten oder Umweltfaktoren sein. Häufig genannt werden:

    • Lese-Rechtschreib-Störung (Legasthenie, Dyslexie): Schwierigkeiten beim Lesen, Schreiben und Verstehen von Texten.

    • Dyskalkulie (Rechenstörung): Probleme im Umgang mit Zahlen und mathematischen Konzepten.

    • Sprachentwicklungsstörungen: Verzögerte oder beeinträchtigte Sprachentwicklung, die Kommunikation und Lernen erschwert.

    Auch ADHS kann das Lernen deutlich erschweren, weil Konzentration und Aufmerksamkeit betroffen sind, ist aber selbst keine Lernstörung.

    Das Verständnis, dass diese Schwierigkeiten keine „Faulheit“ oder Nachlässigkeit darstellen, ist der erste Schritt zur effektiven Unterstützung.

    Die Rolle von Eltern bei der Unterstützung von Kindern mit Lernschwierigkeiten

    1. Diagnose und Frühintervention

    Eltern spielen eine entscheidende Rolle bei der Identifikation von Lernschwierigkeiten. Eine frühe Abklärung ist wichtig, denn früh einsetzende Unterstützung verbessert in der Regel die Chancen. Hier sind einige Anzeichen, auf die Eltern achten sollten:

    • Anhaltende Schwierigkeiten beim Lernen grundlegender Fähigkeiten wie Lesen, Schreiben oder Rechnen.

    • Extrem unruhiges oder unaufmerksames Verhalten.

    • Frustration oder Verweigerungshaltung in Bezug auf bestimmte Aufgaben.

    Ein erster Schritt ist das Gespräch mit der Schule und der Kinderarztpraxis. Eine genaue Diagnose stellen Fachleute wie Kinder- und Jugendpsychiater, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten oder ein Sozialpädiatrisches Zentrum; die Schule kann außerdem die schulpsychologische Beratungsstelle einbeziehen.

    2. Schaffung eines unterstützenden Umfelds

    Ein stabiles, liebevolles Umfeld ist für die Entwicklung eines Kindes essenziell. Kinder, die Herausforderungen beim Lernen haben, benötigen zusätzliche Geduld und Verständnis von ihren Eltern. Diese Maßnahmen können helfen:

    • Ein strukturierter Tagesablauf, der Sicherheit und Orientierung bietet.

    • Positive Verstärkung, um Selbstvertrauen und Motivation zu stärken.

    • Reduktion von Stressoren wie überhöhte Erwartungen oder ständige Vergleiche mit Gleichaltrigen.

    Wichtig ist, dass Eltern ihren Kindern signalisieren: „Du bist gut, so wie du bist, und wir unterstützen dich dabei, dein Bestes zu geben.“

    Die Rolle von Lehrern in der Förderung von Kindern mit Lernschwierigkeiten

    1. Differenzierter Unterricht

    Lehrer können Kinder mit Lernschwierigkeiten unterstützen, indem sie den Unterricht an deren Bedürfnisse anpassen. Hierzu gehören:

    • Verwendung von visuellen und taktilen Lernhilfen.

    • Bereitstellung zusätzlicher Zeit für Aufgaben und Prüfungen.

    • Unterstützung durch digitale Tools wie Sprachsoftware oder Lern-Apps.

    Ein individualisiertes Lernprogramm hilft, Überforderung zu vermeiden und fördert das Selbstbewusstsein der Kinder.

    2. Zusammenarbeit mit den Eltern

    Eine enge Kooperation mit den Eltern ist essenziell, um die bestmögliche Unterstützung zu gewährleisten. Lehrer sollten regelmäßige Gespräche anbieten, um die Fortschritte der Schüler zu besprechen und Strategien auszutauschen.

    Praktische Tipps zur Förderung von Kindern mit Lernschwierigkeiten

    1. Setzen realistischer Ziele

    Es ist wichtig, kleinere, erreichbare Ziele zu setzen, anstatt sofort Höchstleistungen zu verlangen. Diese Strategie hilft den Kindern, Erfolgserlebnisse zu sammeln.

    2. Regelmäßige Pausen einplanen

    Viele Kinder mit Lernschwierigkeiten profitieren von kurzen, aber regelmäßigen Pausen. Diese geben ihnen die Möglichkeit, Energie zu tanken und sich zu erholen.

    3. Spielerische Ansätze nutzen

    Lernen soll Freude bereiten. Spielerische und kreative Ansätze wie Lernspiele oder Rollenspiele können die Motivation erhöhen.

    4. Die Bedeutung von Lob und Anerkennung

    Ehrliches Lob kann viel bewirken. Es stärkt nicht nur das Selbstvertrauen, sondern motiviert Kinder auch, weiter an ihren Schwächen zu arbeiten.

    Häufig gestellte Fragen (FAQs)

    Wie kann ich Lernschwierigkeiten von „normalen“ Entwicklungsschwächen unterscheiden?

    Wenn Probleme über einen längeren Zeitraum bestehen und das Kind trotz intensiver Unterstützung keine Fortschritte macht, könnte es sich um Lernschwierigkeiten handeln. Eine professionelle Diagnose gibt hier Klarheit.

    Sind Lernschwierigkeiten heilbar?

    Lernstörungen wie Legasthenie oder Dyskalkulie bleiben oft ein Leben lang bestehen. Mit geeigneten Maßnahmen können Kinder ihre Fähigkeiten aber verbessern und gut damit umgehen lernen.

    Welche Unterstützungsmöglichkeiten bietet die Schule?

    Viele Schulen bieten Förderprogramme, Lernwerkstätten oder die Unterstützung durch Sonderpädagogen an. Eltern sollten sich aktiv über die Angebote informieren.

    Zusammenfassung: Gemeinsam zum Erfolg

    Die Förderung von Kindern mit Lernschwierigkeiten erfordert Geduld, Verständnis und ein individuell angepasstes Vorgehen. Eltern und Lehrer können durch Zusammenarbeit, gezielte Unterstützung und die Nutzung moderner Hilfsmittel den Weg für die Kinder ebnen. Es ist wichtig, das Kind als einzigartiges Individuum zu sehen und seinen Fortschritt in kleinen Schritten zu fördern.

    Haben Sie weitere Fragen oder überlegen Sie, ob eine Schulbegleitung Ihr Kind im Schulalltag unterstützen kann? Kontaktieren Sie uns gerne!

    Laura

    Sozialpädagogin bei Starke Schultern

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