Zum Inhalt springen

    Wie Schulbegleiter die Sprachförderung Ihres Kindes unterstützen

    Von Laura, Sozialpädagogin(erstmals 22. Juni 2023)

    Dieses Thema in mehreren Formaten

    Lieber hören oder sehen? Diesen Inhalt gibt es zusätzlich als Podcast-Folge und kurzes Erklärvideo, die Formate ergänzen sich.

    Die Sprachentwicklung von Kindern ist ein wichtiger Faktor für ihren schulischen und sozialen Alltag. Für Kinder mit einer Behinderung, die sich auch auf Sprache und Kommunikation auswirkt, können Schulbegleiter eine wichtige Rolle spielen. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Schulbegleitung nicht nur den schulischen Alltag erleichtert, sondern auch zur Sprachförderung beitragen kann, und wo ihre Grenzen liegen.

    Was versteht man unter Schulbegleitung?

    Schulbegleitung, oft auch als Schulassistenz bezeichnet, ist eine Form der individuellen Unterstützung für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen im schulischen Umfeld. Sie wird als Eingliederungshilfe bewilligt, wenn ein Kind wegen einer (drohenden) körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung ohne Unterstützung nicht ausreichend am Unterricht und am Schulleben teilhaben kann. Ziel ist es, diesen Schülerinnen und Schülern die Teilnahme am Unterricht zu ermöglichen und soziale Isolation zu verringern.

    Zu den zentralen Aufgaben eines Schulbegleiters gehören:

    • Unterstützung im Unterricht bei schwierigen Aufgaben
    • Förderung der sozialen Teilhabe in der Klassengemeinschaft
    • Hilfestellung bei organisatorischen oder alltagsrelevanten Tätigkeiten
    • Vermittlung zwischen Lehrkraft und Kind, wenn Kommunikationsprobleme auftreten

    Die Rolle der Schulbegleitung in der Sprachförderung

    Schulbegleiter werden für einen breiten Aufgabenbereich eingesetzt. Bei Kindern, deren Behinderung mit Schwierigkeiten in Sprache und Kommunikation einhergeht, etwa bei Autismus, geistiger Behinderung, Hörbeeinträchtigung oder einer ausgeprägten Sprachentwicklungsstörung, gehört die Unterstützung der Kommunikation oft dazu.

    Wichtig: Schulbegleitung ist keine Leistung für Kinder, die allein deshalb Unterstützung brauchen, weil sie Deutsch als Zweitsprache (DaZ) lernen. Für die Sprachförderung dieser Kinder ist die Schule zuständig, etwa über Deutschförderung oder Sprachförderkurse.

    Was ist Sprachförderung?

    Unter Sprachförderung versteht man zielgerichtete Maßnahmen, um die Sprachkompetenzen von Kindern und Jugendlichen zu stärken. Die Förderung bezieht sich dabei auf verschiedene Bereiche:

    • Wortschatz und Grammatik
    • Hörverständnis
    • Aussprache
    • Satzbau und Schreibfertigkeiten

    Sprachförderung findet in vielen Settings statt, darunter in Kindergärten, Schulen oder in Form von therapeutischen Maßnahmen wie der Logopädie. Doch welche Rolle spielt hierbei die Schulbegleitung? Lassen Sie uns das näher beleuchten.

    Wie können Schulbegleiter die Sprachförderung unterstützen?

    Schulbegleiter stehen in engem Kontakt mit dem Kind und können intensiv auf dessen Bedürfnisse eingehen. Im Kontext der Sprachförderung können sie verschiedene Maßnahmen unterstützen, die direkt oder indirekt die sprachliche Entwicklung fördern:

    1. Übungen im Schulalltag, abgestimmt mit Fachleuten

    Schulbegleiter können in Absprache mit Lehrkräften und, falls vorhanden, der Logopädin oder dem Logopäden kleine Übungen in den Schulalltag einbauen. Zum Beispiel:

    • Wiederholen von Übungen zur Aussprache, die in der Therapie erarbeitet wurden
    • Erweitern des Wortschatzes durch Gespräche im Alltag
    • Ermutigung, in vollständigen Sätzen zu sprechen

    Die Therapie selbst bleibt Aufgabe der Fachleute.

    2. Sprachförderung durch Vorbildfunktion

    Schulbegleiter sprechen täglich mit dem Kind und bieten ihm damit ein sprachliches Vorbild. Klare, ruhige und gut verständliche Sprache kann dem Kind helfen, Sprache aufzunehmen und selbst anzuwenden.

    3. Unterstützung bei sprachlich bedingten Schwierigkeiten mit Aufgaben

    Manchmal steht ein sprachliches Hindernis dem Verstehen einer Aufgabe im Weg. Hier kann der Schulbegleiter helfen, indem er Arbeitsaufträge der Lehrkraft in einfacheren Worten wiederholt, die Umsetzung in kleinere Schritte aufteilt oder, wo vorgesehen, Hilfsmittel wie Bildkarten nutzt.

    4. Soziale Kommunikation im Klassenzimmer fördern

    Ein weiterer Aspekt der Sprachförderung besteht darin, das Kind in Gespräche und Interaktionen mit Mitschülern einzubinden. Schulbegleiter können hier behutsam unterstützen oder Gelegenheiten zur Kommunikation schaffen, z. B., indem sie bei Gruppenarbeiten helfen.

    Ein typisches Beispiel: Logopädie und Schulalltag verbinden

    Ein typisches, frei gewähltes Beispiel: Ein Schulkind mit einer diagnostizierten Sprachentwicklungsstörung und weiteren Beeinträchtigungen erhält einmal pro Woche Logopädie. In Absprache mit der Logopädin greift die Schulbegleitung einzelne Übungen im Schulalltag auf, etwa beim Vorlesen von Arbeitsaufträgen oder in Gesprächen in der Pause. So werden die Inhalte der Therapie im Alltag wiederholt. Wie sich die Sprache des Kindes entwickelt, hängt von vielen Faktoren ab.

    Häufig gestellte Fragen (FAQs)

    1. Ist ein Schulbegleiter dasselbe wie ein Sprachtherapeut?

    Nein. Schulbegleiter unterstützen Kinder in verschiedenen Bereichen ihres Schulalltags. Ihre Qualifikation ist unterschiedlich, eine einheitlich vorgeschriebene Ausbildung gibt es nicht. Sprachtherapeuten und Logopäden sind dagegen speziell für die Diagnose und Behandlung von Sprachstörungen ausgebildet. Schulbegleiter können eine Sprachtherapie ergänzen, aber nicht ersetzen.

    2. Wo beantrage ich eine Schulbegleitung für mein Kind?

    Die Schulbegleitung beantragen Sie beim Jugendamt, wenn eine (drohende) seelische Behinderung vorliegt (§ 35a SGB VIII), oder beim Sozialamt bzw. Träger der Eingliederungshilfe, wenn eine körperliche oder geistige Behinderung vorliegt (§ 112 SGB IX). Nötig sind in der Regel ärztliche bzw. fachärztliche Stellungnahmen und eine Beschreibung des Unterstützungsbedarfs in der Schule. Die Diagnose allein reicht nicht, entscheidend ist der Bedarf.

    3. Bekommt mein Kind eine Schulbegleitung, wenn es nur Deutsch als Zweitsprache lernt?

    Nein. Eine Schulbegleitung setzt eine (drohende) Behinderung voraus. Geringe Deutschkenntnisse allein begründen keinen Anspruch. Für die Deutschförderung ist die Schule zuständig. Sprechen Sie die Lehrkräfte auf Fördermöglichkeiten an.

    Zusammenfassung und Fazit

    Schulbegleiter können bei Kindern mit Behinderungen einen wichtigen Beitrag zur Sprachförderung leisten. Durch individuelle Unterstützung, abgestimmte Übungen und die Förderung sozialer Interaktion helfen sie, sprachliche Barrieren im Schulalltag abzubauen.

    Die enge Zusammenarbeit mit Eltern, Lehrkräften und, wenn nötig, Sprachtherapeuten macht die Schulbegleitung zu einem wichtigen Teil eines ganzheitlichen Förderkonzepts für Kinder mit sprachlichem Unterstützungsbedarf.

    Sprechen Sie uns an, wir helfen Ihnen weiter!

    Sie haben Fragen zur Schulbegleitung für Ihr Kind? Kontaktieren Sie uns, um weitere Informationen zu erhalten und zu erfahren, wie wir Ihr Kind unterstützen können.

    Laura

    Sozialpädagogin bei Starke Schultern

    Und jetzt?

    Der nächste Schritt ist kleiner, als Sie denken.

    Egal, ob Sie sich gerade erst informieren oder der Antrag schon läuft: Wählen Sie, was zu Ihnen passt. Für Familien kostenlos.

    Starke Schultern berät Familien vom ersten Gedanken bis zur Bewilligung und kann danach die Schulbegleitung übernehmen.