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    Barrierefreiheit in Schulen: Wie NRW für Chancengleichheit sorgt

    Von Jonah, Geschäftsführer(erstmals 28. Februar 2023)

    Dieses Thema in mehreren Formaten

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    Barrierefreiheit in Schulen: Wie NRW für Chancengleichheit sorgt

    Barrierefreiheit in Schulen ist ein zentrales Thema, das nicht nur bauliche Anpassungen umfasst, sondern sich auch auf die digitale und kommunikative Zugänglichkeit erstreckt. In Nordrhein-Westfalen (NRW) spielt dieses Thema eine besondere Rolle, weil allen Schüler:innen unabhängig von ihren körperlichen Voraussetzungen eine gleichberechtigte Schulbildung ermöglicht werden soll. Doch wie steht es um die Barrierefreiheit in den Schulen in NRW? Diesen Fragen gehen wir im folgenden Beitrag nach.

    Was bedeutet Barrierefreiheit in Schulen?

    Barrierefreiheit bedeutet, dass Menschen mit Behinderungen Gebäude, Informationen und Angebote grundsätzlich ohne besondere Erschwernis und ohne fremde Hilfe nutzen können. Im schulischen Kontext geht es darum, Maßnahmen und Vorkehrungen zu treffen, um allen Kindern den Zugang zu Bildung zu ermöglichen, unabhängig von körperlichen, geistigen oder sensorischen Einschränkungen.

    Definitionen und Rahmenbedingungen

    Die rechtlichen Grundlagen einer inklusiven Schulbildung in Deutschland und insbesondere in Nordrhein-Westfalen stützen sich auf die UN-Behindertenrechtskonvention, die in Deutschland 2009 in Kraft trat. Sie verpflichtet die Vertragsstaaten in Artikel 24, ein inklusives Bildungssystem auf allen Ebenen zu gewährleisten. Barrierefreiheit in Schulen umfasst daher nicht nur die Möglichkeit, das Schulgebäude physisch zu betreten, sondern auch die Teilnahme am Unterricht sowie den Zugang zu Lernmaterialien in geeigneten Formaten.

    Kategorien der Barrierefreiheit

    • Bauliche Barrierefreiheit: Rampen, Aufzüge, breite Türen und barrierefreie Sanitäranlagen ermöglichen den Zugang zum Schulgebäude.
    • Kommunikative Barrierefreiheit: Gebärdensprachdolmetschung, Schriftdolmetschung oder Braille-Unterstützung für sehbehinderte Schüler:innen.
    • Didaktische Barrierefreiheit: Anpassung der Lehrmethoden und Materialien an die individuellen Bedürfnisse der Schüler:innen.
    • Digitale Barrierefreiheit: Barrierefreier Zugang zu Laptops, Lernplattformen und digitalen Hilfsmitteln.

    Die Bedeutung der Barrierefreiheit in Schulen für NRW

    Seit dem 9. Schulrechtsänderungsgesetz von 2013 ist das Gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung an allgemeinen Schulen in NRW der Regelfall. Damit wächst auch der Bedarf an barrierefreien Schulgebäuden und Lernangeboten. Der Umbau bestehender Schulen geschieht Schritt für Schritt und ist noch lange nicht abgeschlossen. Bildung ist ein Grundrecht, das jedem Kind zusteht, ohne Rücksicht auf dessen körperliche Möglichkeiten.

    Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lebten Ende 2021 rund 7,8 Millionen schwerbehinderte Menschen in Deutschland. Knapp 3 Prozent von ihnen, rund 198.000, waren Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Hinzu kommen viele Kinder mit Beeinträchtigungen ohne Schwerbehindertenausweis, für die Barrieren in der Schule ebenfalls eine Rolle spielen.

    Förderung der Schulinfrastruktur in NRW

    Mit dem Programm „Gute Schule 2020“ stellten das Land NRW und die NRW.BANK den Kommunen von 2017 bis 2020 insgesamt 2 Milliarden Euro für die Sanierung, Modernisierung und den Ausbau der schulischen Infrastruktur zur Verfügung. Die Kommunen konnten die Mittel für unterschiedliche Maßnahmen einsetzen, darunter auch für barrierefreie Umbauten. Ein reines Barrierefreiheitsprogramm war es nicht.

    Bauliche Maßnahmen zur Barrierefreiheit in Schulen

    Zu den wesentlichen baulichen Maßnahmen für barrierefreie Schulen in NRW gehören der Einbau von Aufzügen, der Umbau von Sanitäranlagen, das Anlegen von Rampen und die Verbreiterung von Fluren und Türöffnungen. Wichtig sind auch sichere, barrierefreie Wege zur Schule und auf dem Schulgelände.

    Bauliche MaßnahmeZiel
    Rampen und HebevorrichtungenZugang für Rollstuhlfahrer:innen erleichtern
    Breitere Türen mit automatischer ÖffnungKeine Barrieren beim Betreten der Räume
    Barrierefreie SanitäranlagenSelbstständige Nutzung ermöglichen
    Visuelle und akustische OrientierungshilfenMehr Sicherheit für seh- und hörbehinderte Schüler:innen

    Digitale Barrierefreiheit in Schulen in NRW

    Die Digitalisierung in Schulen schreitet voran und stellt eine weitere Herausforderung für die Barrierefreiheit dar. Spätestens seit der COVID-19-Pandemie werden Lernplattformen und digitale Materialien an Schulen deutlich häufiger genutzt. Schüler:innen, die auf barrierefreie digitale Lösungen angewiesen sind, stoßen dabei noch oft auf Hürden.

    Barrierefreie Lernplattformen und digitale Inhalte

    • LMS (Lernmanagementsysteme): Lernplattformen müssen so gestaltet sein, dass sie mit Screenreadern und anderen Hilfsmitteln kompatibel sind.
    • Digitale Unterrichtsmaterialien: Lerninhalte sollten in alternativen Formaten wie Braille, Großdruck oder Leichter Sprache zur Verfügung stehen.
    • Barrierefreie Kommunikation: Kommunikationswerkzeuge wie Chatfenster oder Videokonferenzen müssen für alle nutzbar sein.

    Die digitale Barrierefreiheit spielt nicht nur im schulischen Alltag eine Rolle, sondern auch bei Prüfungen und Abschlussarbeiten. Hier ist es wichtig, dass die eingesetzten digitalen Hilfsmittel barrierefrei nutzbar sind. Für die digitale Ausstattung der Schulen stehen Mittel von Bund und Land bereit, etwa über den DigitalPakt Schule.

    Inklusion und Barrierefreiheit in der Lehrerausbildung

    Ein weiterer, oft vernachlässigter Aspekt der Barrierefreiheit in Schulen in NRW ist die Ausbildung und Schulung von Lehrkräften. Für eine inklusive Schule ist es grundlegend, dass Lehrkräfte geschult werden, um den Umgang mit allen Kindern, unabhängig von deren individuellen Fähigkeiten und Einschränkungen, zu meistern.

    Schlüsselkompetenzen für Lehrkräfte

    Lehrkräfte an inklusiven Schulen sollten in der Lage sein:

    • barrierefreie Lehrmaterialien zu erstellen und anzupassen,
    • mit assistiven Technologien umzugehen,
    • die soziale Inklusion und das Miteinander in der Klasse zu fördern.

    Relevante Gesetze und Vorschriften in NRW zur Barrierefreiheit

    Die Grundlagen für barrierefreie Schulen in NRW finden sich in mehreren Regelwerken:

    • Schulgesetz NRW: Es legt fest, dass Schülerinnen und Schüler mit und ohne Behinderung in der Regel gemeinsam an allgemeinen Schulen unterrichtet werden (Gemeinsames Lernen). Für Schulgebäude und Ausstattung sind die Schulträger zuständig, meist die Städte und Gemeinden.
    • Behindertengleichstellungsgesetz NRW (BGG NRW): Es verpflichtet Träger öffentlicher Belange, zu denen auch Schulträger gehören, zur Barrierefreiheit, unter anderem bei Bauten, Kommunikation und digitalen Angeboten.
    • Bauordnung NRW: § 49 BauO NRW regelt das barrierefreie Bauen. Öffentlich zugängliche bauliche Anlagen, ausdrücklich auch Einrichtungen des Bildungswesens, müssen im erforderlichen Umfang barrierefrei sein. Beim Neubau von Schulen gilt das ohne die sonst mögliche Ausnahme wegen unverhältnismäßigen Mehraufwands.

    Herausforderungen bei der Umsetzung der Barrierefreiheit in Schulen

    Wie jede große Umstellung steht auch die Barrierefreiheit an Schulen in NRW vor Herausforderungen. Zu nennen sind insbesondere die hohen Kosten für bauliche Maßnahmen, der zeitliche Aufwand für den Umbau und die Ausstattung der Schulen sowie die laufende Anpassung an technische Entwicklungen. Hier bedarf es langfristiger Planung.

    Finanzierungsfragen

    Die Kosten für den barrierefreien Umbau von Schulen sind hoch, und nicht alle Schulträger in NRW verfügen über ausreichende Mittel. Förderprogramme von Land und Bund helfen, schließen aber nicht alle Lücken. Wie schnell Schulen barrierefrei werden, hängt daher stark von der jeweiligen Kommune ab.

    Wenn bauliche Barrierefreiheit nicht reicht: Schulbegleitung

    Barrierefreie Gebäude und Materialien sind die Grundlage. Manche Kinder brauchen zusätzlich eine persönliche Unterstützung im Schulalltag, etwa beim Wechsel zwischen Räumen, beim Toilettengang oder in unübersichtlichen Situationen. Diese Unterstützung heißt Schulbegleitung. Sie wird beim Jugendamt (bei seelischer Behinderung, § 35a SGB VIII) oder beim Sozialamt bzw. Amt für Soziales (bei körperlicher oder geistiger Behinderung, § 112 SGB IX) Ihrer Stadt oder Ihres Kreises beantragt und ist für Familien kostenfrei.

    Fazit: Barrierefreie Schulen als Grundlage für Chancengleichheit

    Barrierefreiheit in Schulen ist eine wichtige Voraussetzung für Chancengleichheit im Bildungssystem. Dazu gehört nicht nur die bauliche, sondern auch die digitale und kommunikative Barrierefreiheit. Förderprogramme haben vielerorts Verbesserungen ermöglicht. Dennoch bleibt viel zu tun, vor allem bei der Finanzierung und der Fortbildung der Lehrkräfte.

    Sie haben Fragen zur Schulbegleitung für Ihr Kind? Kontaktieren Sie uns. Wir unterstützen Familien kostenfrei rund um den Antrag.

    Jonah

    Geschäftsführer von Starke Schultern

    Und jetzt?

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